Yoga Nidra

Yoga Nidra wurde von Swami Satyananda aus dem Nyasa, einer Technik aus dem Tantra entwickelt. Durch ein bewusstes “nach Innen wenden” und ein systematisches Kreisen der Wahrnehmung durch den Körper kommt es zu einer Entspannung auf mentaler, körperlicher und emotionaler Ebene.

Man befndet sich in einem Zustand zwischen Wachbewusstsein und Schlaf/Traum. In der Psychologie wird er hypnagogischer Zustand genannt – die Grenze zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein.

Das Gedankenkreisen aus dem Alltagsbewusstsein fällt weg, trotzdem ist man wach und schläft nicht. Man erfährt eine Trennung zwischen dem inneren Beobachter und dem Körper. In diesem unbewegten Zustand reduziert der Körper auch das Senden von Signalen an das Gehirn, somit kommt es auch zu einer Entspannung in diesen Bereichen des Gehirns. Indem sich körperliche Anspannungen lösen, kann Energie wieder frei durch alle Körperteile fließen.

Doch Yoga Nidra kann noch mehr. Durch regelmäßiges Üben können wir lernen uns zwischen den verschiedenen Bewusstseinsebenen zu bewegen. Yoga Nidra wird ja auch oft als bewusster Schlaf oder dynamischer Schlaf bezeichnet.

Aus yogischer Sicht ist Yoga Nidra deshalb ein mächtiger Übungsweg. Yoga bedeutet vereinigen/verbinden (mit dem höchsten Bewusstsein) und das Wort Nidra bedeutet Schlaf. Im Yoga Nidra kommen wir also unserer wahren Natur ein Stück näher, einem Zustand reinen Bewusstseins, frei von Gedankenwellen und Identifikationen.

In Patanjalis 8 Stufen zur Erleuchtung ist Yoga Nidra der 5. Stufe – Pratyahara – zuzuordnen. Es wird oft mit dem Rückzug der Sinne übersetzt. In diesem Zustand stoppen wir für eine gewisse Zeit das Entstehen neuer Eindrücke und ermöglichen einen inneren Reinigungsprozess, das wiederum ermöglicht Transformation von innen heraus. Das heißt Yoga Nidra kann unser Leben dauerhaft verändern, wenn wir regelmäßig üben.

Yoga Nidra und Gehirnwellen

Der Yoga Nidra Zustand zeichnet sich vor allem dadurch aus, das in unserem Gehirn dann vorwiegend Alphawellen dominieren – ein Zeichen der Entspannung!

savasana yoga nidra
Yoga Nidra wird am besten im Liegen in Savasana (Entspannungshaltung, Totenstellung) auf dem Boden durchgeführt. Du kannst dich auf eine Matte oder Decke legen und dich zudecken. Wichtig ist, dass du dich wohlfühlst. Es ist auch möglich die Übung im Stehen oder Sitzen zu machen, wenn du dazu neigst einzuschlafen.